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02.12.2011 | Adventskalender11-02: Volldampf in Eis und Schnee |
Die Kälte kriecht allmählich die Beine hoch. Der Schnee unter den Stiefeln knirscht, „Wann kommt denn endlich die Dampflok, Papa?“, fragt ungeduldig ein kleiner Junge. Der Mann reibt seine Kamera vor dem Bauch. „Bald, mein Sohn“, beschwichtigt er. An einer Kurve kurz vor Schmalzgrube mitten im sächsischen Erzgebirge wartet der Mann im Tiefschnee. „Brr, ist das kalt“, seufzt er. „Schon eine halbe Stunde – und der Zug ist immer noch nicht da!“ Auch im tiefsten Winter, dann wenn die Eiszapfen schon lang sind und die Dieselautos nicht mehr anspringen, schnauft die Preßnitztalbahn durch das Tal: Jöhstadt-Steinbach hin und zurück. Vollbesetzt mit Anhänger nostalgischer Dampfzüge, die trotz der Minusgrade ihren Kopf aus dem Fenster recken, um ja die Bahn in einer Kurve zu erwischen. Vorausgesetzt, eine Qualmwolke legt sich nicht auf einen der historischen Waggons und versperrt die Sicht. „Weißt Du, mein Junge“, spricht der Mann weiter. „Jetzt sind wir extra aus Chemnitz hergekommen, um diese Winterromantik zu erleben. Im ,Sachsenspiegel’ haben sie darüber berichtet.“ Der Junge schaut hoch, zieht sich seine Zipfelmütze noch tiefer ins Gesicht. „Aber mir ist soooo kalt.“ Plötzlich ist ein Klingen zu hören, ein Schnaufen. Hinter einigen verschneiten Bäumen bahnt sich die Lok ihren Weg auf dem nur 75 Zentimeter breiten Gleis. „Jetzt kommt sie“, muntert der Vater auf. Ratternd, polternd, ja fast vibrierend hämmert die Lok mit den Waggons vorbei. Der Vater knipst, knipst, knipst. Noch mal ein Pfeifton – und schon verschwindet der Zug hinter der nächsten Kurve. „So, jetzt ins Auto. Zur nächsten Station! Wir wollen mit fahren.“ Bis Schmalzgrube, einem Haltepunkt auf der auf acht Kilometer Länge wieder in Betrieb genommenen Museumsbahn, vollführt der Wagen auf der vereisten Straße einige zusätzliche Rutscher. Am Bahnhof ist fast kein Parkplatz mehr zu finden: Alle warten auf den Zug. „Ja, das hier ist die schönste Museumsbahn“, sagt der Bahnhofsvorsteher. „Wir alle sind Liebhaber. Denn 1986 wurde diese Strecke sang- und klanglos stillgelegt. Nicht mehr rentabel – keine Abschiedsfeier, nischt!“
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